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Website-Relaunch ohne Rankingverlust: Die Punkte, an denen es regelmäßig schiefgeht

• von NetCreators

Website-Relaunch ohne Rankingverlust: Die Punkte, an denen es regelmäßig schiefgeht

Es gibt ein wiederkehrendes Muster: Eine Website wird relauncht, sie sieht deutlich besser aus, alle sind zufrieden — und vier Wochen später ist der Traffic um vierzig Prozent eingebrochen. Der Relaunch war technisch erfolgreich und wirtschaftlich ein Rückschritt.

Das passiert selten aus einem großen Grund, sondern fast immer aus mehreren kleinen, die sich addieren. Alle sind vermeidbar, wenn man sie vor dem Livegang bedenkt statt danach.

Fehler 1: Kein vollständiges Redirect-Konzept

Der Klassiker. Beim Relaunch ändern sich URLs — andere Struktur, andere Slugs, andere Sprachpfade. Jede alte URL, die ohne Weiterleitung verschwindet, nimmt ihre gesammelte Autorität mit ins Nichts und hinterlässt einen 404.

Was dazugehört:

  • Eine vollständige Liste der alten URLs. Nicht aus dem Gedächtnis, sondern aus Sitemap, Server-Logs, Search Console und einem Crawl der alten Seite.
  • Eine 1:1-Zuordnung auf die neuen Adressen. Wo es keine Entsprechung gibt, auf die thematisch nächstliegende Seite.
  • 301 beziehungsweise 308, nicht 302. Eine temporäre Weiterleitung signalisiert, dass die alte Adresse zurückkommt.
  • Keine Ketten. Alt → Zwischenstufe → Neu verliert unnötig. Direkt zum Ziel.

Der häufigste Kurzschluss: alle alten URLs pauschal auf die Startseite umleiten. Google wertet das als "Soft 404" — die Wirkung ist praktisch dieselbe, als hätte man gar nichts gemacht.

Fehler 2: Die Testumgebung bleibt indexierbar

Die Staging-Version läuft monatelang unter einer Subdomain, meist ohne Sperre. Ergebnis: Google indexiert die Vorschau. Nach dem Livegang konkurrieren zwei Fassungen derselben Inhalte miteinander.

Umgekehrt kommt der schmerzhaftere Fall genauso oft vor: Die Staging-Umgebung hatte ein noindex, und beim Livegang wurde es mitgenommen. Die neue Website ist wochenlang unsichtbar, bevor es jemandem auffällt.

Prüfen Sie am Tag des Livegangs als Erstes die robots.txt und die Meta-Robots-Angaben. Es dauert zwei Minuten und verhindert den teuersten aller Relaunch-Fehler.

Fehler 3: Inhalte werden beim Redesign stillschweigend gekürzt

Neues Design, aufgeräumtere Optik — und dabei fällt Text weg. Aus einer ausführlichen Leistungsseite wird ein Abschnitt mit drei Sätzen und einem großen Bild.

Genau dieser Text war aber der Grund, warum die Seite rankte. Wenn Sie Inhalte verschlanken, tun Sie es bewusst und wissen Sie, welche Seiten Traffic bringen. Eine Seite, die zehn Prozent Ihrer Besucher liefert, kürzt man nicht aus ästhetischen Gründen.

Fehler 4: Technische Signale gehen verloren

Beim Übergang fallen gern Dinge weg, die niemand sieht und deren Fehlen sich erst später zeigt:

  • Canonical-Tags, die auf die alte Domain zeigen oder ganz fehlen
  • hreflang-Angaben bei mehrsprachigen Websites
  • Strukturierte Daten, die im alten Template steckten und im neuen nicht mitgebaut wurden
  • Alt-Texte bei der Bildmigration
  • Title und Meta-Description, die durch generische Vorlagen ersetzt wurden

Fehler 5: Kein Vorher-Bild

Ohne Ausgangswerte lässt sich hinterher nicht beurteilen, ob etwas schiefgelaufen ist — und schon gar nicht, was. Bevor Sie live gehen, sichern Sie:

  • Rankings der wichtigsten Suchbegriffe
  • Traffic je Seite über die letzten Monate
  • die vollständige URL-Liste
  • Core Web Vitals als Referenz
  • eine Kopie der Search-Console-Daten

Checkliste vor dem Livegang

  1. Vollständige Liste alter URLs erstellt und zugeordnet
  2. Redirects als 301/308 eingerichtet und stichprobenartig getestet
  3. robots.txt und Meta-Robots geprüft
  4. Sitemap aktualisiert
  5. Canonicals auf die richtige Domain zeigend
  6. hreflang bei mehrsprachigen Seiten vorhanden
  7. Strukturierte Daten im neuen Template
  8. Analytics und Search Console vorbereitet
  9. Ausgangswerte gesichert

Nach dem Livegang

  • Tag 1: Indexierbarkeit prüfen, Redirects stichprobenartig durchklicken, Sitemap in der Search Console einreichen.
  • Woche 1: 404-Fehler in der Search Console beobachten. Was auftaucht, sind übersehene alte URLs — nachträgliche Weiterleitungen wirken noch.
  • Woche 2 bis 8: Rankings verfolgen. Eine gewisse Bewegung ist normal, während Google die neue Struktur erfasst.

Was realistisch zu erwarten ist

Selbst ein sauber gemachter Relaunch führt zu Schwankungen. Google muss die neue Struktur crawlen, Weiterleitungen verarbeiten und Signale neu zuordnen. Eine Delle über einige Wochen ist normal.

Nicht normal ist ein Einbruch, der nach zwei bis drei Monaten nicht zurückkommt. Das ist dann kein Einpendeln mehr, sondern ein Fehler — und je länger man wartet, desto schwerer wird die Ursachensuche.

Wenn ein Relaunch bei Ihnen ansteht: Der Aufwand für ein sauberes Redirect-Konzept ist überschaubar. Der Aufwand, verlorene Sichtbarkeit zurückzuholen, ist es nicht.

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